Tag 12

Mir geht es nicht gut. Mir tut alles weh. Meine Knochen tun mir so weh und ich muss so oft kotzen. Dann war mein HB so niedrig, dass ich einen gelben Beutel Thrombos bekommen habe. Komisch, ich kann die ganzen Geräte nicht sehen. Ich fühle mich dann so krank. Es sieht so aus, wie ich mich fühle. Ich will mich aber nicht so fühlen.

Heute habe ich die Psychologin kennen gelernt. Die Termine wurden ja immer verschoben. Wir haben viel über meine Mama gesprochen (das möchte ich hier aber nicht erzählen). Und dann haben wir darüber gesprochen, wie ich mich fühle. Dass ich mich zwar im Moment krank, aber nicht, krebskrank fühle. Die Frau sagte, dass es am Anfang oft vielen so geht, weil man erst nach und nach begreift, dass man selbst betroffen ist. Es wird vielleicht auch so sein, dass ich noch ein paar Tage brauche, bevor ich mich zu den anderen Kindern traue. Vielleicht würde es mir auch helfen, wenn ich mich einfach in den Aufenthaltsraum setze und sehe, was passiert. Bei mir ist es leider nicht so gut gelaufen, weil eins meiner ersten Gespräche das mit dem 11 Jährigen Mädchen war, das mir gesagt hat, dass sie sterben wird. Ich würde im Aufenthaltsraum sehen, dass es viele Kinder gibt, die mit ihrer Krankheit leben, aber dabei sind gesund zu werden.

Alles in allem hat mir das Gespräch sehr gut getan. Ich habe jetzt nicht mehr nur die Sorge um meine Mama im Kopf, sondern dass ich auch gesund werden kann. Das gleiche Lars versucht mir zu vermitteln. Danke Lars!

Ich muss aufhören. Mein Magen tut weh.

Ach ja, meine Haare sind alle noch da. 🙂

4 Responses to “Tag 12”

  1. Lars sagt:

    Hallo Jule, schön das es endlich mit der Psychologin geklappt hat. Du wirst es schon schaffen, man muss nur dran glauben und kämpfen.

    Jeder kleine „Rückschritt“ sollte für dich ansporn sein, um zu kämpfen.

    Gruß

    dein Lars

  2. Jens Daniel sagt:

    Ich freue mich, das die ersten Gespräche mit der Psychologin dir schon soviel bringen konnte.

    Du solltest einfach deinen persönlichen Weg finden, mit dieser Situation und Krankheit umzugehen. Ich denke und bin mir sicher, dass du dich auf eine Gewisse Art und Weise dort dann auch „einleben“ wirst. Aber wie viel, das ist dann alleine deine Entscheidung.

    Vielleicht findest du dann ja auch tolle Gesprächspartner und Menschen, die dir auch weiterhelfen können.

    Aber wie gesagt – lass es in deinem Tempo auf dich zu kommen. Niemand kann erwarten, dass du nach knappen 2 Wochen nun jeden um den Arm fällst und dich mit ihm/ihr beschäftigen möchtest.

    Also mache dir da mal keinen Stress, dass wird sich alles nach und nach einpendeln.

    Und deine Haare kannst du dann ja auch aufheben – als andenken. Und wenn dann die neuen kommen, wirds umso schöner die Alten nicht mehr zu brauchen.

    Wayko / Jens Daniel

  3. Hi Jule,
    habe eben durch das Onkokids-Forum deinen Blog gefunden.
    So wie es dir heute geht, so ging es mir vor genau einem Jahr auch. Im Oktober 2010 haben die bei mir ein Lymphoblastisches Lymphom erkannt.
    Es war ein harter weg und ich wollte oft aufgeben und dachte mir, warum hat es mich getroffen? Hatte auch eine Psychologin, zu der ich auch heute noch regelmäßig muss und es tut gut mit ihr zu reden.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und werden deinen Blog sicher weiter verfolgen.

    wiwi
    Nathalie-Lauren

  4. Julchen sagt:

    Hallo Nathalie-Lauren!
    Ich antworte dir hier, weil ich es auf deiner Seite nicht kann. Mir gefällt die Art, wie du schreibst. Ich habe dich verlinkt, ich hoffe, ich durfte es. Wenn nicht, einfach bescheid sagen 🙂
    Außerdem möchte ich mich für deinen Kommentar bedanken!
    Bei den anderen natürlich auch!
    DANKE!!!
    Jule

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