Tag 14

Wieder fange ich an mit den Worten, dass es mir nicht gut geht. Der Eintrag kommt heute etwas früher, weil ich auf die Knochenmarkpunktion warte. Zum Glück gibt es eine Narkose, da bekomme ich nicht so viel mit. Nur hinterher, da habe ich etwas Schmerzen.

Aber das ist nicht der Grund, weshalb es mir nicht gut geht. Ich habe einfach Angst, dass ich nicht mehr gesund werde. Es ist wie ein Gefühl. Ich glaube, das kennt jeder. Auf einmal hat man Angst, dass da etwas passiert ist und so ein Gefühl habe ich. Also nicht dass da etwas passiert ist, sondern dass ich nicht mehr gesund werde. Das schöne ist, dass Mama sich langsam wieder ändert. Sie kann mir zuhören ohne dass sie gleich weint. Vielleicht ist es jetzt auch bei ihr angekommen, dass ich sie brauche. Nein, dass ich sie brauche weiß sie natürlich. Ich meine eher, dass sie jetzt zugänglich ist für das Thema Leukämie. Ich werde mich hüten das Thema Tod und Sterben anzusprechen. Das kann ich nur mit der Psychologin aber sie ist nicht jeden Tag für mich da. Wenn es mir schlecht geht, ist sie natürlich da, aber ich bin ja nich die einzige hier. Vorher habe ich nie daran gedacht, dass ich mal sterben könnte. Meine Eltern wollten ein Kind und jetzt sollen sie mich schon wieder gehen lassen? Wie schlimm muss das für meine Eltern sein? Wie schlimm muss es für meine Mama sein? Und dann muss sie auch noch so stark sein. Einmal für sich und dann auch noch für mich. Ist es normal, dass man sich do virle Gedanken über den Tod macht? Sollte ich nicht daran denken gesund zu werden? Ich will doch gesund werden, warum habe ich dann solche Angst?

Ich muss an was anderes denken. Gestern zum Beispiel, da wollte ich in den Chat bei den Onko kids. Ich bin erst mit dem Tab. Da hat es funktioniert, aber die Verbindung war sehr langsam. Ich wollte dann mit dem Notebook rein, aber da kam ich dann noch nicht mal ins Internet. Das hat mich geärgert. Mir ging es so wie so nicht gut. Ständig musste ich kotzen und dann klappte gar nichts mehr. Ich war total wütend! So wie jetzt auch. Ich habe Hunger und muss nüchtern sein für die KMP. Mir ist jetzt nicht mehr so übel und ich könnte essen und dann darf ich nicht.

Soll ich euch was sagen? Auch wenn ich eine Narkose bekomme, habe ich Angst vor der Punktion. Ja, ich habe echt angst. Kann man sich an solchen Untersuchungen gewöhnen? Drückt mir einfach die Daumen, dass alles gut geht und das es hinterher nicht so weh tut. Und dass es nicht mehr so lange dauert, ich habe Hunger!!!

ICH HABE ANGST!!!!!!

3 Responses to “Tag 14”

  1. Graessi sagt:

    Liebe Jule,

    das was du beschreibst, ist völlig normal. Natürlich macht man sich Gedanken über den Tod und das Sterben. Krebs ist eine Krankheit, siw zwar mittlerweile oft geheilt werden kann, aber eben manchmal auch zum Tod führt. In mnachen Momenten geht es uns so schlecht, wir sind so schlapp, da fühlt man sich dem Tod näher als dem Leben. Da ist es doch natürlich, dass man sich damit auseinander setzt. Leider können das nicht viele Menschen. Wir müssen es halt tun, wegen der Krankheit. Ich habe mich sehr intensiv damit auseinander gesetzt, habe mir ein Hospiz angeschaut und mit Freunden und mit meinen Onko- Mädels darüber geredet. Ich wollte, dass das Schreckliche seinen Schrecken verliert.
    Ich drück dir für die Knochenmarkspunktion alles Gute! Du schaffst das! Bleib stark und tapfer, aber weine auch, wenn dir danach ist!

    Bis später!

  2. Lars82 sagt:

    Hallo Jule es wird schon klappen.

    Dein

    Lars


    Es ist alles gut gegangen. Und mein Hunger ist ganz groß. Mein Papa musste mir sogar vier Bremer kaufen, weil mein Magen ein Loch hat. Das beste ist, dass alles drin geblieben ist.</p>

  3. Sebi sagt:

    Hey Julchen
    Deine frage ob man sich an die Untersuchungen gewöhnen kann ist schnell beantwortet ja man kann ….die Angst war bei mir größer wenn es das Ergebnis von der Punktion gab

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.