Tag 36

Als erstes möchte ich mich bei allen Daumendrücker bedanken. Und natürlich bei denen, die sich für mich gefreut haben.

Die letzten Tage waren zimlich aufregend und dabei ging die Chemo weiter. Zeit zum Ausruhen hatte ich keine, auch wenn ich das gerne gewollt hätte. Noch an dem Tag, als die Knochenmark- und Lumbalpunktion gemacht wurde, habe ich vorher die Asparaginase bekommen. Kaum war die durch, musste ich zur Punktion. Von der Punktion habe ich nicht viel mitbekommen, weil ich geschlafen habe.

Am Tag 34 war es auch nicht besser. Unterricht gab es keinen, wegen Herbsrferien. Also musste ich mich selbst beschäftigen. Tagebuch schreiben ging nicht, weil ich mich nicht konzentrieren konnte. Ich hatte einfach zu viel Angst. Ich hatte eigentlich keine Ahnung, wie schlimm es werden könnte, wenn das Ergebnis negativ ausgefallen wäre. Ich wollte eigentlich nur, dass keine Blasten mehr im Knochenmark sind. Und als dann endlich das Ergebnis kam, waren wir überglücklich. Das viele Daumendrücken hat bestimmt geholfen. Danke!!! 🙂

Gestern ging es dann mit der Vorbereitung für die nächste Chemo weiter. Ich bekam für 24 Stunden Flüssigkeit, damit die Nieren gut durchgespült wurden. Gleichzeitig musste ich alles aufschreiben, was und wie viel ich trinke. Ich musste dann in so einen riesen Becher pinkeln, damit dann gemessen werden konnte, was wieder raus kam. War ganz schön nervig.

Heute habe ich dann Cyclophsphamit bekommen (kurz CPM). Mir ist richtig schlecht und ich glaube, dass ich heute noch kotzen muss. Damit nicht genug, habe ich ganz dicke Beine und die Gelenke tun mir weh. Das ist zu viel Flüssigkeit auf einmal.

Jetzt läuft gerade wieder Flüssigkeit zum Nachspülen. Wenn ich aufstehe, tun mir die Fußgelenke total weh.

Ab heute bekomme ich jeden Tag eine Tablette die 6-MP heißt. Meine Eltern haben sofort eine Anweisung bekommen, wie sie sich verhalten sollen, wenn wir zu hause sind. Sie dürfen die Tablette nicht ohne Handschuhe anfassen. Es könnte dabei etwas ins Blut gehen und das wäre für meine Eltern nicht gut. Am besten tragen sie dabei auch noch einen Mundschutz, damit sie davon nichts einatmen.

Jetzt habe ich nicht mehr so viel Hunger. Ob es davon kommt, weil mir so schlecht ist, oder ob es davon kommt, weil ich weniger Cortison bekomme, weiß ich nicht.

Das war erst mal das wichtigste. Jetzt freue ich mich darauf, dass ich nächste Woche vielleicht nach Hause darf. Hoffentlich ist mir dann nicht mehr so schlecht.

2 Responses to “Tag 36”

  1. Lars sagt:

    Hallo Jule, da hat sich das Hoffen und Daumendrücken wirklich gelohnt. Jetzt heißt es daumen drücken, dass du nächste Woche mal nach Hause darfst.

    Gruß

    dein Lars

  2. Karin sagt:

    Hallo Jule!

    Das sind ja einmal gute Neuigkeiten. Bleib weiter so tapfer, wie bisher. Keiner kann dir die Belastungen die die Krankheit mit sich bringt abnehmen, aber zu Hause kommst du dann sicher ein wenig auf andere Gedanken und es ist einfach ein ganz anderer Tagesablauf als in der Klinik. Da fällt das Gesundwerden sicher leichter, als im Krankenhaus.

    Weiterhin alles Liebe und viel Kraft

    Karin

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