Tag 62

Jaaaaaa, was soll ich sagen? Ich habe ganz schön Ärger bekommen. Meine Eltern haben meinen letzten Beitrag gelesen….. War nicht gerade intelligent von mir. Jetzt habe ich meinen Eltern verboten, hier zu lesen. Ist ja schließlich auch so etwas wie ein Tagebuch und wer will schon, dass die eigenen Eltern das lesen? Am Anfang war es ja ok, da wusste ich noch nicht wie das alles geht, aber jetzt muss es nicht mehr sein.

ALSO: „Elternfreie Zone!!!!“

Heute morgen war ich wieder in der Klinik. Blutabnahme und AraC.  Zu der Übelkeit kommen jetzt auch noch Kopfschmerzen dazu. Mein Kopf platzt. Es ist wie ein Druck im Kopf der immer stärker wird. Ich habe ein Schmerzmittel mitbekommen, aber ich nehme schon so viele Medikamente, da habe ich Angst, noch mehr zu nehmen. Erst mal sage ich nichts, vielleicht gehen sie von alleine wieder weg. Nehmen kann ich das Schmerzmittel immer noch. Gleich lege ich mich hin und wenn ich mich nicht bewege, geht es.

Morgen kommen zwei Mädels aus meiner Klasse zu Besuch. Ich freue mich schon sehr darauf, aber ich habe auch etwas Angst. Sie haben mich jetzt noch nicht gesehen, wir haben nur telefoniert. Eine meiner besten Freundinnen hat seit dem sie weiß, dass ich krank bin, keine Zeit mehr für mich. Sie hat immer neue Ausreden. Mich macht das traurig. Ich kann nichts dafür und es ist nicht ansteckend. Wir kennen uns schon seit 5 Jahren, darum verstehe ich das nicht. Was habe ich ihr getan?

Gegen 16 Uhr habe ich im Garten ein Foto gemacht. Ich fand den Himmel einfach nur geil. Obwohl ich ja schwarz-weiß-Fotos mag, muss ich das mal in Farbe hochladen.

 jb40.gif

 Ist das geil oder ist das geil? Am liebsten wäre ich eine Runde geritten, aber meinKopf wollte nicht mitmachen.

Jetzt lege ich mich ganz ruhig hin und bewege mich kein bisschen. Wenn es knallt, war das mein Kopf. 🙁

8 Responses to “Tag 62”

  1. Steffi sagt:

    Mein liebes Julchen,
    GUTE BESSERUNG. Ich kann die Bedenken deiner Eltern gut verstehen. Sie machen sich ja nur Sorgen 🙂
    Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es manchmal richtig gut tut, Dinge zu tun, die eigentlich von den ÄRZTEN verboten sind! Manchmal muss das einfach sein, denn nur so tanke ich immer Kraft. Ich finde man hat schon so viele Einschränkungen, und da will man einfach nur mal Leben und das tun, worauf man Lust hat. 🙂 Aber trotzdem nieeee übertreiben süße.
    Dir morgen mit deinen Mädels eine schöööne Zeit und viel viel Sonne. P.S. Ich würd emich freuen, die Hanna kennen zu lernen, natürlich nur, wenn sie es auch möchte 🙂
    Und leider nimmt einen die Krankheit auch Freunde……. aber das Gute ist, das einen die Krankheit auch neue Freunde gibt 🙂 Genieße das

  2. Lars sagt:

    Hallo Jule, da muss ich der Steffi recht geben.

    Wobei die 13Grad sicherlich zu einladend waren. 😉

  3. Ina sagt:

    Hey Jule,

    Ich kann die Sorgen und Bedenken deiner Eltern schon verstehen,
    aber ich glaube es ist nicht sehr einfach auf einmal auf alles zu verzichten. Und so lange man nicht zu viel verbotenes macht 🙂
    Aber bitte pass auf dich auf ……
    Gute Besserung:) Hoffentlich gehen deine Kopfschmerzen wieder weg!
    Wünsche dir heut ganz viel Spaß mit deinen Mädels 😀
    Das mit deiner besten Freundin finde eigenartig… ich würde mit ihr mal ein klärendes Gespräch suchen oder ihr ein Brief schreiben in dem alles steht. Denn du hast nix falsch gemacht… ich denke sie hat Angst vor dem neuen & einfach davor dir weh zu tun weil sie nicht weiß auf was sie achten und aufpassen muss. ich hoffe ihr findet wieder einen weg.

    Dein Foto sieht echt schön aus 😀
    Echt ein schönes Pferd *_*

    Liebe Grüße Ina

  4. Sebi sagt:

    Hey Jule,
    Das mit deiner bestens Freundin ist natürlich echt Scheiße und als erstes gleich mal vorweg du hast überhaupt nichts falsch gemacht. Ich kann aus eigener Erfahrung das auch bestätigen habe auch einige „gute Freunde“ durch meinen Krebs verloren die haben sich einfach nicht mehr gemeldet mit märchenhafte ich probiert wieder Kontakt aufzubauen aber sie wollten es einfach nicht ich habe nie erfahren warum. Bei einigen anderen Freunden war es so das sie einfach nicht wussten wie sie mit mir umgehen sollten und hatten glaube ich auch einfach zuviel Angst sich damit auseinanderzusetzen.
    Aber eine wirkliche Erklärung ist das ja auch nicht. Ich kann nur sagen das ich n der zeit wo ich krank war immer eins gelernt habe und zwar das ich genau weiß wer meine echten Freunde sind.
    An deiner stelle würde ich einfach mal ein klärendes Gespräch mit ihr führen wenn sie es überhaupt zulässt. Ich Wünsche dirdas sich deine beste Freundin wieder einkriegt. Aber du wirst noch viele neue Freunde finden in deinem leben falls es mit der Freundin nicht mehr so klappt.

    Lg Sebi

  5. Julchen sagt:

    @ Sebi
    Ich glaube nicht, dass meine „Freundin“ Angst hat. Ich glaube eher, dass sie nicht kommt, weil ich nicht mehr alles mitmachen kann. Wir sind oft zusammen ausgeritten und waren unterwegs. Geht ja jetzt nicht mehr. Ich habe 4 mal versucht mit ihr zu sprechen und nur einmal ist sie ans Handy gegangen. Erst als ich meine Nummer unterdrückt habe, ging sie dran. Aber sie hat mich ganz schnell abgewimmelt. 🙁 Jetzt verzichte ich auf ein Gespräch. Soll sie glücklich werden. Sie war ja nicht meine einzige Freundin.
    Aber du hast recht. Ich habe jetzt Hanna kennen gelernt und sie ist echt nett.
    Liebe Grüße
    Jule

  6. Julchen sagt:

    @ Steffi
    So habe ich es Vorgestern auch gesehen. Ich hatte so die Schnauze voll und als ich Hanna Santi gezeigt habe, kam es einfach über uns. Hanna ist auch geritten und dafür, dass sie es noch nie gemacht hat, hat sie es richtig gut gemacht. 🙂
    Alles gut.
    Liebe Grüße
    Jule

  7. Julchen sagt:

    @ Lars
    Das war es wirklich. 13° und Sonnen. Die Sonne war zwar nur kurz draußen, aber das hat gereicht für eine kleine Schmuserunde 🙂
    Liebe Grüße
    Jule

  8. Hi Jule,
    kenne das Problem mit Freunden nur zu gut.
    Aber hat auch was Positives, so erkennt man wer die wahren Freunde sind und bedingungslos für einen da sind auch in so einer schweren Zeit der Krankheit.

    wiwi Nathalie

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